Das Leben ist all die Mühen wert ist, die es uns abverlangt

John Grinder ist eine der berühmtesten Personen in der NLP-Welt. Er gilt zusammen mit Richard Bandler und Frank Pucelik als Mitbegründer des NLP. Hier hat er auf die Fragen unserer Fans geantwortet. Wir sind sehr begeistert, dass er sich die Zeit genommen hat und auf die Fragen ausführlich eingegangen ist. Vielen Dank dafür!
Worauf bist Du beruflich am meisten stolz in Deinem Leben?
Stolz ist nichts, was ich in meinem Leben besonders kultiviert habe:
Arroganz, vielleicht, aber Stolz nicht. Deshalb erscheint es mir schwierig, diese Frage zu beant- worten. Ich nehme an, der Grund, warum Du mir diese Frage stellst ist, dass Dich meine Auffassung davon interessiert, was ich als die wertvollste oder vielleicht auch die am meisten befriedigende Er- rungenschaft oder Leistung in meinem Leben betrachte.
un also, diese begriffiiche Diffe- renzierung vorausgesetzt, habe ich für mich die folgende Frage zu be- antworten:un also, diese begriffiiche Diffe- renzierung vorausgesetzt, habe ich für mich die folgende Frage zu be- antworten:
War die größte Leistung meines Lebens, dass ich einem jungen Mädchen das Leben gerettet habe, als sie während eines Schnee-sturms hoch oben in den Alpen von einer Lawine begraben wur- de? War es beim Klettern in Red Rocks, als ich nur dürftig gesichert einen Vorstieg der Schwierigkeits- stufe 5.10 gemeistert habe? Oder war es damals im Gymnasium, als ich einen Klassenkameraden verteidigte, der von einer Grup- pe Jungs, die ihn nicht mochten, verprügelt wurde. War es meine Weigerung während eines Son- dereinsatzkommandos östlich des Eisernen Vorhangs einen Befehl meines Kommandanten auszu- führen, den ich als unethisch und unangemessen beurteilte? Oder die Gestaltung der NLP Formate, die Erziehung meiner beiden Kin- der, Mike und Kathleen, der erste Tanz mit der Liebe meines Lebens, die Zeichnung von einer chinesi- schen Statue eines Kriegspferdes, die ich als Junge angefertigt habe? Vielleicht war es auch eine einfa- che Frage, die ich einem müden und traurigen alten Mann, dem ich eines Abends auf einem Weg am Stadtrand von Mombasa be-gegnete, vorsichtig und behutsam stellte. Eine Frage, auf die ich als Antwort ein strahlendes Lächeln erhielt. Dieses Lächeln überzeugte mich schließlich, dass das Leben all die Mühen wert ist, die es uns abverlangt. Oder vielleicht war es auch der süße Klang der Stimme eines klei- nen Mädchens, das ein Lied singt. Ein Lied, das es mich summen ge- hört hat. Oder vielleicht noch etwas ganz Anderes...
Ehrlich gesagt, ist es mir unmög- lich diese Frage, die ich formuliert habe, zu beantworten.
Würdest Du heute wieder den Namen NLP verwenden und wenn nicht, wie würde es anders lauten?
Der Name NLP (Neuro-Linguistic Patterning) ist eine adäquate Demonstration davon, dass weder Bandler noch ich eine Ahnung von Marketing hatten: so viel ist klar. Aber egal unter welchem Namen es läuft, es ist da draußen und verändert die Welt.
Der Name erinnert mich an Big Brother aus Orwells Roman 1984.
Wer war / ist Dein Vorbild und was ist das Besondere an dieser Person?
Nein, ich (John) habe eigentlich kein bestimmtes Vorbild. Ich habe bei meinen Reisen und Abenteu- ern einige bemerkenswerte Men-schen getroffen, aber bis jetzt niemanden, den ich für die Rol- le, nach der Du mich fragst, als die optima- le Besetzung betrach-te
Welche Fähigkeit oder welche Persönlichkeit würdest Du gerne modellieren?
Wir werden die Fähigkeit oder die Persönlichkeit erkennen, wenn wir ihr begegnen.
Welches Modelling-Projekt war für Dich persönlich am wert-vollsten?
Da gibt es viele – wenn wir uns erinnern, das NLP Modelling tatsächlich an dem Punkt voll- endet ist (Vollendung des dritten Schrittes), wenn der Modellieren- de zuverlässig die Handlungen des Modells (des Genies) wiederholen kann. Im Wesentlichen die ersten drei der fünf Schritte des NLP Mo- delling Prozesses, der von Bostic und mir in [meinem Buch] Whis- pering in the wind erklärt wird. Der 4. Und 5. Schritt, dass Kodie- ren und Testen der Wirksamkeit des Programms, sind optional.
All das Genannte vorausgesetzt, kann ich sicher ein für mich be- sonderes Modelling Projekt nen- nen: gefrorene Wasserfälle zu er- klettern.
Welche Rolle spielte Gregory Bateson bei der Entstehung des NLP?
Gregory Bateson war bei den an- fänglichen Treffen für viele Men- schen eine Inspiration. Diese Tref- fen waren der Anfang von etwas,das letztendlich zur Entwicklung des NLP führte. Er interessier- te sich besonders für die komple-xe Beziehung zwischen bewussten und unbewussten Prozessen, oder wenn es Dir lieber ist, zwischen der linken und rechten Gehirnhälf- te, also der sogenannten dominanten und nicht- dominaten Hemisphäre. Obwohl Bateson nicht offiziell an der Entwick- lung des NLP beteiligt war, ist klar, dass er viele der Gründerväter grundlegendend beein- flusst hat.
Ich hatte das große Glück, genau zu der Zeit eine Professur am Kresge College an der Universi- tät von Kalifornien, Santa Cruz,zu haben, in der Gregory Bateson dort als Gastprofessor lehrte.
Was braucht es, damit NLP noch weiter in der Welt verbreitet wer- den kann und vielleicht auch Anwendungen davon verstärkt in die Schulen und Kindergärten gelangt?
Eine einfache und sehr wichtige Frage: die Antwort ist zum Glück aus unserer Sichtweise genauso einfach: eine Gruppe Lehrer, die sich ehrlich dafür engagieren ihre Schüler auf dem Weg zu Güte und hervorragenden Leistungen mit gezielten State-Veränderungen zu unterstützen. Wir beziehen uns hier auf Lehrer, die authentisch sind und sich selbst dafür engagie- ren, NLP und seine Anwendungs- möglichkeiten auf angemessene Weise in den schulischen Kontext Worauf bist Du beruflich am meisten stolz in Deinem Leben? Stolz ist nichts, was ich in meinem Leben besonders kultiviert habe sturms hoch oben in den Alpen von einer Lawine begraben wur- de? War es beim Klettern in Red Rocks, als ich nur dürftig gesichert che Frage, die ich einem müden und traurigen alten Mann, dem ich eines Abends auf einem Weg am Stadtrand von Mombasa be- schen getroffen, aber bis jetzt niemanden, den ich für die Rol- le, nach der Du mich fragst, als die optima- le Besetzung betrach- "Wir hatten keine Ahnung von Marketing, soviel ist klar." das letztendlich zur Entwicklung des NLP führte. Er interessier- te sich besonders für die komple- xe Beziehung zu übertragen und dort zu etablie- ren.

Wie wird sich NLP in den nächsten Jahren weiterentwickeln?
John Grinder:
Die Antwort auf Deine Frage liegt in der Zukunft. Ganz klar sind wir keine Propheten. Und tatsächlich liegt NLP nun in den Händen seiner Anwender. Diese Menschen (und dazu gehörst Du, der Fragende, vermutlich auch) werden darüber ent- scheiden, wie es sich entwickeln wird.
Falls Du aber gerne wissen möchtest, wie wir die Weiterentwicklung des NLP gerne sehen würden, möchten wir Dir gerne den folgenden Kommentar anbieten. Vielleicht findest Du ihn nützlich. Zuerst einmal wollen wir sicher gehen, dass wir über dassel- be Modell der Welt sprechen, und deshalb haben wir uns dazu entschieden, vorab einige einfache, aber für uns wesentliche Anmerkungen zu machen:
1.Die Unterscheidung zwischen Prozess und In- halt NLP ist eine Sammlung von prozessbasierten Mustern. Der Schlüssel liegt in der Unterscheidung zwischen dem Prozess und dem Inhalt. Jeder der be- hauptet NLP anzuwenden, wendet Muster für Pro- zesse an. Er weigert sich während der Begegnung, die eine Veränderung bewirken soll, strikt tiefer in die Inhaltsebene des Klienten einzusteigen. (Es geht um das Arbeiten mit dem Inhalt und nicht im In- halt.)
2.Die Gründe dafür NLP anzuwenden. Es gibt nur zwei Gründe, die die Anwendung von NLP Mustern rechtfertigen, egal ob klassisch oder New Code. Die- se Gründe sind:
a)Wahlmöglichkeiten schaffen.
Und zwar Wahlmöglichkeit in einem Lebensbereich des Klienten, in dem diesem Alternativen fehlen. (Natürlich gilt das auch für die Selbstanwendung)
b)Lebensqualität verbessern.
Das bedeutet mehr Qualität in das erfahrbare Ver- halten und Erleben zu bringen, das die Menschen als ihr Leben betrachten. Also Erfahrungen, die für sie wesentlich sind, zu verbessern. Wir haben den Eindruck, dass nur wenige Menschen, die NLP an- wenden wollen, die Unterscheidung zwischen Inhalt und Prozess-Ebene wirklich immer in vollem Maße berücksichtigen. Ein tiefes Verständnis dieser Unter- scheidung und die Fähigkeit diese Unterscheidung blitzschnell zu treffen sind von großer Bedeutung. Während eines Coachings z.B. muss man in der Lage sein, die Unterscheidung immer wieder nebenbei zu treffen, ansonsten ist es höchst unwahrscheinlich, dass man mit den Mustern des NLP wirksame und ethisch vertretbare Arbeit leisten kann.
3.Keine einheitlichen Muster in der NLP Welt
Ein Merkmal, das NLP von anderen Ansätzen der Veränderungsarbeit unterscheidet, ist die nicht ein- deutige Quelle der Muster, die unter dem Begriff NLP zusammengefasst werden. Es besteht daher eine gewisse Uneinheitlichkeit der Muster. (Anmerkung der Redaktion: Muster sind hier z.B. hynpotische Sprachmuster). Eine Reihe von Personen geben an NLP zu unterrichten. Einer der bekanntesten unter ihnen ist Robert Dilts, der aber immer wieder den zentralen Punkt des NLP Modellings nicht korrekt wieder gibt.
“Anmerkung von Stephan Landsiedel: Grinder geht seit vielen Jahren immer wieder in Diskussionen mit diesem Punkt. Es ist offenbar einer seiner Lieblingsstreitpunkte. Aus unserer Sicht gibt es hier kein Richtig und Falsch. Dilts hat einen sehr nützlichen Zugang zum Modelling geschaffen, der es vielen Menschen ermöglicht hat, Modelling erstmals nachzuvollziehen. Beides sind nützliche Herangehensweisen und außerhalb der Grinder-NLP-Welt werden beide Vorgehensweisen in NLP-Kursen gelehrt. Aus meiner Sicht ist ein so ausführlicher Einschub auf etwas, was gar nicht gefragt wurde, höchst interessant.”
Stephan Landsiedel
Anmerkung zum Thema NLP Modelling
In unserem Buch „Whispering in the Wind“ (Bostic und Grinder, 2001) haben wir in fünf einfachen Schritten die Phasen des NLP Modelling herausge- arbeitet und erklärt. Auf seiner Webseite akzeptiert Robert Dilts ganz offensichtlich die von uns vorge- schlagene Unterscheidung zwischen NLP Modelling und analytischem Modelling. Dennoch präsentiert er weiterhin öffentlich sein analytisches Modelling un-ter dem Begriff NLP Modelling. Es handelt sich dabei jedoch um zwei grundlegend verschiedene Hand- lungsweisen.
Analytisches Modelling ist eine linkshemisphäri- sche Aktivität des bewussten Verstandes, das mit NLP Modelling nur sehr wenig Gemeinsamkeiten aufweist. Analytisches Modelling basiert nicht auf der Fähigkeit die Handlungsweisen jener Genies zu reproduzieren, die seinerzeit die Inspiration für das NLP Modelling lieferten.
Anstatt dessen liegt ihm vielmehr ein Spiel zugrunde, bei dem es darum geht, dem Verhalten dieser Genies bestimmte Sprachformen zuzuordnen.
Eigentlich hatten wir erwartet, dass der ausbleibende Erfolg des analytischen Modellings in dem Versuch Akteure zu erzeugen, die dazu in der Lage sind die Handlungsweisen der modellierten Genies zu repli- zieren, über kurz oder lang ausreichenden Beweis für die Untauglichkeit dieses Ansatztes liefern würde.
Auf jeden Fall werden genügend Beweise geliefert, dass alle Beteiligten und Interessierten den Unter- schied zwischen den beiden Methoden, dem analy- tischen Modelling und dem NLP Modelling, bemer- ken und das dazu führen wird das NLP Modelling zu schätzen.
In der Realität aber unterrichten Robert Dilts und Andere weiterhin ohne die methodische Unterschei- dung zu berücksichtigen und verwirren damit die Menschen, die voller guter Absichten sind und daran interessiert sind, was NLP zu bieten hat. Es gibt eine Fähigkeit, die unverzichtbar ist, um NLP Modelling erfolgreich zu betreiben. Das ist die Fähigkeit sich dafür zu entscheiden einen Zustand des Nichtwissens aufrecht zu erhalten. Erst dieser ermöglicht die un- bewusste Assimilation der exzellenten Muster, ohne dass sie zuvor durch das schon vorhandene Wissen gefiltert werden.
Diese Fähigkeit scheint eine Wahlmöglichkeit darzustellen, die den meisten zerti- fizierten NLP Anwendern nicht zur Verfügung steht. Dies führt offenbar zu einem Rückzug in bekannte und bewusste Verhaltensmuster, die vorwiegend in der linken Gehirnhälfte stattfinden, wie es üblich ist in unserem westlichen Schulsystem, nämlich dem analytischen Ansatz des Modellings.
Ganz klar gibt es hervorragende Anwendungsmög- lichkeiten für analytisches Modelling: alle Situa- tionen in denen analytisches Modelling nützliche Konsequenzen nach sich zieht. Unglücklicherweise ist aber analytisches Modelling nicht daran beteiligt, wenn NLP Anwender (solche, die es wirklich an- wenden oder solche, die lediglich ein Zertifikat be- sitzen) Verhaltensmuster von Genies erkennen und kodieren.
Wir nehmen uns die Zeit um die zwei Schlüssel- merkmale darzustellen, die NLP von anderen Ansät- zen unterscheidet: das ist einmal die Identifikation und Kodierung von genialen Mustern, sowie die kongruente, wirkungsvolle und ökologische Anwen- dung der (daraus resultierenden) NLP Muster und Formate.
In Anbetracht dieser beiden Merk- male, die NLP von anderen He- rangehensweisen unterscheiden, können wir unsere Aufmerksam- keit nun der Frage widmen, wie wir uns die weitere Entwicklung des NLP wünschen. Die Richtung die wir befürworten würden, ist die Anerkennung der zugrunde- liegenden Prozesse, die für eine wirksame Anwendung von NLP so wesentlich sind.
Lasst uns ein einfaches Beispiel betrachten. Eines der wesentlichen und höchstwirksamen Muster, die schon früh in der Geschichte des NLP modelliert und kodiert wur- den ist das Spiegeln. Diese Gruppe von Techniken (direktes Spiegeln, überkreuztes Spiegeln, lateralisier- tes Spiegeln und Positionsverände- rung) hat als Ziel die Erschaffung von schnellem und tiefem Rapport zwischen dem Klienten und dem Veränderungsarbeiter – solch eine Beziehung ist ein bedeutendes Ele- ment in der Veränderungsarbeit.
Für Pucelik, Bandler und mich war es nach dem Modelling von Satir und anderen sonnenklar,dass es eine Art Biofeedback-Me- chanismus geben muss, der zwi- schen dem Klienten und dem Ver- änderungsarbeiter aufgebaut und genutzt (instrumentalisiert) wird.Wenn der Veränderungsarbeiter seine Haltung, Gestik, Sprachryth- mus, Atmen usw. an den Klienten anpasst, wird der Klient sich in- nerhalb sehr kurzer Zeit so verhal- ten, als ob es eine tiefe Beziehung und Rapport zwischen den beiden gäbe.
Da die körperlichen Empfindun- gen des Klienten zu den beobacht- baren Merkmalen des Verände- rungsarbeiters passen, wird eine
Biofeedback-Schleife aufgebaut, in der der Klient im Veränderungsar- beiter exakt die nonverbalen Kom- ponenten (Atmen, Bewegungen, Stimmlage, etc.) wahrnimmt, die er auch direkt durch seine eigene Stimme und Körperempfindungen wahrnimmt. So funktioniert der Aubau von Rapport!
Es war für uns aufgrund von Trial und Error glasklar, dass die Spie- gel-Techniken beim Rapport-Auf- bau hochwirksam sind. Wir hatten auch herausgearbeitet, dass daran eine Biofeedback-Schleife beteiligt ist und damit waren wir damals schon zufrieden (es waren ja die frühen 70er des vergangenen Jahr- hunderts.)
Ein paar Jahrzehnte nachdem wir die Strategie des Spiegelns in zahl- reichen Kontexten modelliert, ko- diert und getestet hatten wurde von Wissen-schaftlern bei Makaken Af- fen eine spe- zielle Gruppe von Neuro- nen entdeckt. Diese spezi-
Durch direktes NLP Modelling ist es möglich hoch wirksame Techniken zu identifizieren und zu kodieren, ohne Zugang zu den neurologischen Prozessen zu haben, die daran beteiligt sind, also ohne explizites, bewusstes, linguistisches Wissen der beteilig- ten Mechanismen
Sind die neurologischen Prozes- se einmal entdeckt, erlaubt das vorhandene Wissen uns, die An- wendung der Techniken zu er- forschen. Zum Beispiel hat diese Arbeit zu der Entdeckung der au- ditiven Spiegelneurone geführt. Diese funktionieren ähnlich wie die visuellen Spiegelneuronen und werden unter anderem für das Er- lernen von Sprache genutzt
Vielleicht kann eine Metapher dazu beitragen, meinen Punkt an dieser Stelle zu veranschaulichen: Erfahrene Fährtenleser können aus der Untersuchung der Fähr- te, des Trittsiegels und anderer Indikatoren nicht nur das Tier benennen, von dem diese Fährte stammt, sondern auch Aussagen über den Zustand des Tieres tref- fen: seinen Hunger, Angst, Panik, Flucht,…
Kalibrierung ist die Mutter aller NLP Techniken – ohne die Fähig- keit ständig feine Unterscheidun- gen in den visuellen, auditiven, kinästhetischen,… Systemen zu machen und Unterschiede zu er- kennen, ist es unmöglich den Sta- te, in dem sich der Klient befindet zu verstehen und deshalb unmög- lich zu wissen, welches Format geeignet wäre, den Klienten näher zu den Wahlmöglichkeiten und der Erfahrungsqualität zu brin-gen, die er oder sie vermisst.
Eine Analogie hierzu ist ein blin- der Pilot – als Sportpilot erschei- nen mir nur wenige Dinge so be- unruhigend wie in einem Flugzeug zu sitzen, das von einem blinden Piloten gesteuert wird. (Anmer- kung der Redaktion: Sportpiloten betreiben Sichtflug (VFR), keinen Instrumentenflug (IFR), wie er in größeren Verkehrsflugzeugen üb- lich ist).
Was wir also hoffen in den kom- menden Jahrzehnten im Hinblick auf die Entwicklung des NLP zu sehen, ist eine Vertiefung der Er- forschung der zugrundeliegenden bio-chemischen, physiologischen und neurologischen Prozesse, die im Moment der Fokus der Kali- brierungsarbeit sind, die wir als Agenten der Veränderung leisten.
Anmerkung von Stephan Landsiedel:
Diese Aussage finde ich sehr spannend, denn weiter oben hat er noch betont, dass es ohne dieses Wissen möglich war so großartige Techniken wie das Spiegeln zu entwickeln und das eben gerade das analytische wissenschaftliche Vorgehen nicht zu empfehlen ist.
Wir hoffen, NLP Anwender zu finden, die sich selbst grundlegend bilden über die Physiologie, Neurologie und die bio-chemischen Prozesse, so dass sie verstehen kön- nen, was hinter der Kalibrierung steckt, die wir momentan nutzen, um den State des Klienten zu erfassen und damit ebenfalls erkennen, welche zusätzlichen Techniken nütz- lich wären, um uns zum Ziel zu bringen, dem Ziel des Kli- enten, mit dem wir arbeiten
Anmerkung von Stephan Landsiedel: Ich sehe die Zukunft des NLP weniger darin, bereits tausendfach bewährte und erfolgreiche Methoden wissenschaftlich zu untersuchen, sondern das Instrument des Modellings weiter zu entwi- ckeln und auf viele weitere Fragestellungen anzuwenden. Dabei kommen für mich die von Grinder genannten sowie weitere Vorgehensweisen zum Einsatz. Das Besondere am NLP ist, dass es eben nicht wie die klassische Psychologie vorgeht sondern eine eigene Methodologie bereit hält. NLP beinhaltet also eine ganz eigene Vorgehensweise, die je- doch viel zu wenig zum Einsatz kommst. Statt dessen wer- den bestimmte Anwendungen immer wieder weiter gege- ben, und seltener die eigentliche Essenz von NLP.
Lust auf mehr Fragen & Antworten von John Grinder
Interessiert dich, wie John Grinder Tony Robbins Lebenswerk beurteilt, was neu bei NewCode NLP ist und ob er sich vorstellen könnte sich mit Richard Brandler wieder zu versöh- nen?
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